2015_01_Wiewirkt

 

Weil häusliche Gewalt hauptsächlich zu Hause, also im Privaten, passiert, wird sie meist lange nicht bemerkt. Die Betroffenen trauen sich nicht, darüber zu sprechen oder sich Hilfe zu suchen. Sie schämen sich und wissen nicht, wie sie ihre Situation verändern können. Immer wieder finden sie Ausreden für ihre Verletzungen oder sie entschuldigen das Verhalten des Mannes vor anderen. Sie glauben dem Mann, wenn er verspricht, sie nicht mehr zu schlagen oder zu beschimpfen. Vielleicht lieben sie ihn trotzdem noch und hoffen, dass sich alles zum Besseren ändert.

Gewalt hat immer schlimme Folgen für die Betroffenen, meist für lange Zeit.

Viele Kinder können durch die angespannte, bedrohliche Atmosphäre zu Hause nicht mehr gut schlafen. Sie haben Angst vorm Einschlafen, wachen in der Nacht immer wieder auf oder haben schlimme Albträume. Am nächsten Tag sind sie dann müde, haben Kopfschmerzen oder können sich schlecht konzentrieren. Das bringt Schwierigkeiten in der Schule mit sich. Vielleicht werden die Noten schlechter oder man hat immer weniger Lust, sich mit Freunden zu treffen. Man ist oft traurig und möchte sich am liebsten verkriechen. Oder man spürt so eine schlimme Wut in sich, dass man selbst aggressiv wird und Gegenstände kaputt macht oder anderen weh tut.

Vielleicht hat man aber auch Bauchschmerzen. Man mag gar nichts mehr essen oder stopft alles Essen, was man kriegen kann, in sich hinein. Manche fangen an, sich selbst zu verletzen, weil sie den Druck zu Hause nicht aushalten oder ihren inneren Schmerz nur so ausdrücken können. Viele Kinder versuchen ihren Kummer zu verstecken, weil ihnen die Situation ihrer Familie peinlich ist und weil sie nicht wollen, dass es noch mehr Ärger gibt. Dafür lügen sie Freund*innen, Lehrer*innen, Nachbar*innen an oder schwänzen sogar die Schule.

Auch wenn die Situation zu Hause noch so schlimm ist, es gibt immer Auswege aus der Gewalt und einem Leben voller Angst.

Es gibt verschiedene Stellen, die dir und deinen Geschwistern, deiner Mutter und deinem Vater helfen können.

 

2015_04_15_ButtonDruckversion